Kein Interesse an NPD-Wahlkampfauftakt

(aida-archiv.de)

Das dürfte sich die NPD anders vorgestellt haben. Zum offiziellen „Wahlkampfauftakt“ lud die niederbayerische NPD am vergangenen Samstag Abend nach Frontenhausen, doch nicht einmal die eigenen Parteimitglieder zeigten Interesse. Zwei Dutzend Neonazis versammelten sich schließlich im Gasthaus „Zur Post“, die Veranstalter mit eingerechnet.

Der Wahlkampfauftakt war bis zum Vortag ohne Angabe des Veranstaltungsortes angekündigt worden. So fanden schonmal keine potentiellen WählerInnen den Weg zur neofaschistischen Veranstaltung, die in Frontenhausen auch nicht bekannt war. Markt Frontenhausen ist eine nur per PKW erreichbare abgelegene Kleinstadt, alles andere als geeignet für ein gutbesuchtes event. Macht nix, wird mensch sich bei der bayerischen NPD gedacht haben, Hauptsache ein Saal, der uns überhaupt noch zur Verfügung gestellt wird. Der erste Stock des Gasthauses „Zur Post“ in der Bahnhofstr. hatte vor wenigen Wochen bereits als Veranstaltungsort gedient, als der ehemalige „Deutsche Partei“-Bundesvorsitzende Ulrich Pätzold aus dem nahen Schöllnach bei der NPD auftrat. Das Programm am 5. Juli 2008 war für einen Provinzabend durchaus „hochkarätig“ besetzt: die niederbayerische NPD präsentierte Eckart Bräuniger aus Berlin und den niederbayerischen NPD-Spitzenkandidaten Sascha Roßmüller (Rain) sowie Gerhard Gregori, einst Leiter des staatlichen Gesundheitsamtes Straubing. Um 20.30 Uhr kam dazu der Berliner NPD- und HDJ-Aktivist Jörg Hähnel mit der Gitarre ins „Gasthaus zur Post“. Aber weder die Redner aus dem NPD-Parteivorstand noch der braune Liedermacher erwiesen sich als Publikumsmagnet. Wenigstens die Bezirksvorsitzenden der NPD aus Niederbayern (Christoph Hofer) und der Oberpfalz (Patrick Schröder) waren angereist, der Großteil der Parteimitglieder jedoch fehlte. Schon um 22 Uhr wurden die Fahnen eingerollt, Bierbänke abtransportiert und die Veranstaltung beendet.

Die niederbayerische NPD hat derweil schon das nächste Vorhaben angekündigt: am 9 August sollen die nordrhein-westfälische Nazi-Band „Extressiv“, zwei Liedermacher sowie die NPD-Funktionäre Matthias Fischer (Fürth) und Udo Pastörs (Lübbtheen, M-V) im Wahlkampf auftreten. Der Veranstaltungsort „im Raum Passau“ wird erneut verschwiegen.

~ von antifainfolandauisar - Juli 22, 2008.

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